Koenig & Bauer behauptet sich im ersten Quartal 2022 im eingetrübten Konjunkturumfeld

  • Auftragseingang steigt um 22,1 % auf 349,1 Mio. € an (Vj.: 286,0 Mio. €)
  • Umsatz fällt mit 238,4 Mio. € um 2,1 % leicht unter den Vorjahreswert – Anteil des Servicegeschäfts im ersten Quartal 2022 ausgebaut
  • Auftragseingang und Umsatz deutlich besser als der Branchendurchschnitt
  • Geschäftsverlauf stark von Pandemie, Lieferengpässen und damit einhergehender Material- und Energieteuerung geprägt
  • Trotz herausfordernden Rahmenbedingungen und leichtem Umsatzrückgang Verbesserung im EBIT um 0,4 Mio. € auf -8,5 Mio. € (Vj.: -8,9 Mio. €) erzielt; EBIT-Marge -3,6 % (Vj.: -3,7 %)
  • Effizienzprogramm P24x greift mit rund 10 Mio. € Einsparungen in Q1 2022
  • Free Cashflow durch Net Working Capital Veränderung und hohem Auftragsbestand beeinflusst
  • Auftragsbestand erhöht sich auf 917,5 Mio. € (Vj.: 674,5 Mio. €) und dient als solide Basis für das weitere Geschäftsjahr 2022
  • Jahresprognose 2022 und Mittelfristziele bestätigt

Der Koenig & Bauer-Konzern („Koenig & Bauer“) startet trotz fortbestehender Covid-19-Pandemie sowie anhaltender Lieferengpässe und damit einhergehender Material- und Energieteuerung, die sich auch durch den Angriffskrieg in der Ukraine verstärkt haben, positiv in das Geschäftsjahr 2022. Zu diesem Ergebnis trug neben dem Effizienzprogramm P24x sowie einer auf die aktuelle Beschaffungssituation angepassten Einkaufs- und Vertriebsstrategie maßgeblich das in der Branche einzigartige Portfolio bei. Denn Koenig & Bauer beherrscht alle industriellen Druckverfahren auf nahezu allen Substraten – auch auf Wellpappe – und liefert Software, Anlagen und Service für komplette Druck- und Weiterverarbeitungsprozesse.

Auftragseingang und Umsatz deutlich besser als der Branchendurchschnitt

Im ersten Quartal 2022 lag der Auftragseingang mit 349,1 Mio. € im Koenig & Bauer-Konzern um 22,1 % über dem bereits guten Vorjahreswert von 286,0 Mio. €. Damit entwickelten sich die Bestellungen deutlich besser als der Branchendurchschnitt, der ein Minus im Auftragseingang von 5,9 % verzeichnete. Mit 238,4 Mio. € lag der Konzernumsatz leicht, um 2,1 %, unter dem Vorjahreswert. Der Umsatzrückgang in der Branche fiel mit 20,0 % jedoch deutlich höher aus. Das Servicegeschäft, das zunehmend digitaler wird, konnte von 28,8 % im Vorjahr auf 33,9 % im ersten Quartal 2022 ausgebaut werden. Der Auftragsbestand lag mit 917,5 Mio. € zum 31. März 2022 um 36,0 % über dem Vorjahreswert von 674,5 Mio. €. Im Vergleich zum Geschäftsjahresende erhöhte er sich um 13,7 %.

„Damit hat sich Koenig & Bauer im ersten Quartal 2022 im eingetrübten Konjunkturumfeld behauptet“, kommentiert Dr. Andreas Pleßke, Vorstandssprecher bei Koenig & Bauer. „Unser um rund 22 % gestiegener Auftragseingang zeigt, dass wir im Gegensatz zu den Aussagen unseres Branchenverbandes, dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), bisher keine allgemein stärkere Kaufzurückhaltung verunsicherter Kund:innen spüren. Gemeinsam mit unserem historisch hohen Auftragsbestand sehen wir uns positiv für das weitere Geschäftsjahr 2022 aufgestellt.“

Mit „un:boxing“ zeigt Koenig & Bauer ein Phänomen unserer Zeit, das die Verwobenheit von digitaler und analoger Welt so gut zeigt wie kein anderes: Ein online bestelltes Produkt wird ausgepackt, während die Kamera läuft – das Video wird hochgeladen, konsumiert, geteilt und geliked (1)

Verbesserung im EBIT trotz herausfordernden Rahmenbedingungen und leichtem Umsatzrückgang erreicht

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von Koenig & Bauer lag bei -8,5 Mio. € (Vj.: -8,9 Mio. €). Die Verbesserung um 0,4 Mio. € im Vergleich zum Vorjahresquartal ist trotz der geringeren Nutzung von Kurzarbeit (rund 5 Mio. €), eines negativen Volumen- und Mixeffekts (rund 1 Mio. €) und negativen sonstigen Effekten, die auch Forderungsbewertungen enthalten (rund 4 Mio. €), hauptsächlich auf das Effizienzprogramm P24x (rund 10 Mio. €) zurückzuführen. Die Material- und Energieteuerung (rund 6 Mio. €) konnte durch die angekündigten Preiserhöhungen ausgeglichen werden. Damit verbesserte sich die EBIT-Marge von -3,7 % im Vorjahr auf -3,6 % im ersten Quartal 2022. Bei einem auf Vorjahresniveau liegenden Zinsergebnis von -2,4 Mio.€ (Vj.: -2,4 Mio. €) ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von -10,9 Mio. €was einer Verbesserung gegenüber -11,3 Mio. € im ersten Quartal 2021entspricht. Nach Steuern vom Einkommen und Ertrag stieg das Konzernergebniszum 31. März 2022 von -11,7 Mio. € im Vorjahresquartal auf-10,5 Mio. €. Dies entspricht einem anteiligen Ergebnis je Aktie von-0,64 € (Vj.: -0,72 €).

Free Cashflow durch Net Working Capital Veränderung und hohem Auftragsbestand beeinflusst

Der Free Cashflow lag bei -30,0 Mio. € (Vj.: 22,1 Mio. €). Zu dem Rückgang um 52,1 Mio. € hat neben dem Anstieg der Investitionstätigkeit im Wesentlichen die Veränderung im Net Working Capital beigetragen. Das Net Working Capital lag bei 308,6 Mio. € und damit unterhalb des Vorjahreswertes von 324,8 Mio. €. Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 fand ein leichter Anstieg um 11,5 Mio. € hauptsächlich aufgrund der gestiegenen Vorräte und sonstigen Vermögenswerte infolge der guten Auftragslage statt. Die Nettofinanzposition lag bei -27,8 Mio. € (Vj.: -26,0 Mio. €) nach 2,9 Mio. € zum Geschäftsjahresende 2021. Trotz der leicht gesunkenen Konzerneigenkapitalquote von 27,9 % (Jahresende 2021: 28,7 %) ist das Unternehmen mit dieser Eigenkapitalbasis und mehr als 250 Mio. € frei verfügbaren liquiden Mitteln finanziell gut aufgestellt.

Zweistelliger Auftragseingang in allen Segmenten – Ergebnisseitig zeigt sich ein gemischtes Bild

Im Segment Sheetfed entwickelte sich insbesondere der Auftragseingang mit einem Plus von 25,4 % dank der Zuwächse bei den Bogenoffset-Maschinen und bei der Postpressfamilie sehr positiv. Der Auftragseingang stieg auf 242,1 Mio. € an. Der Umsatz lag mit 127,4 Mio. € (Vj.: 145,5 Mio. €) um 12,4 % unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Bei einer Book-to-Bill-Ratio von 1,90 (Vj.: 1,33) ist der Auftragsbestand auf 556,3 Mio. € zum Ende des Berichtszeitraums gestiegen. Das EBIT lag mit -3,6 Mio. € zum 31. März 2022 leicht unter dem Vorjahresquartal von -3,1 Mio. €. Entsprechend lag die EBIT-Marge bei -2,8 % (Vj.: -2,1 %).

Im ersten Quartal 2022 stieg der Auftragseingang im Segment Digital & Webfed um 31,1 % auf 30,8 Mio. € (Vj.: 23,5 Mio. €) hauptsächlich aufgrund des Servicegeschäfts und der Nachfrage nach Wellpappenmaschinen an. Der Umsatz lag mit 28,0 Mio. € um 8,2 % unter dem Vorjahreswert von 30,5 Mio. €. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 30,7 Mio. € auf 91,3 Mio. € (Vj.: 60,6 Mio. €). Das EBIT war neben den pandemiebedingten Kaufzurückhaltungen der Kund:innen noch durch Anlaufkosten und Investitionen in Produktweiterentwicklungen belastet und lag bei -6,1 Mio. € (Vj.: -4,3 Mio. €). Die EBIT-Marge lag damit bei -21,8 % nach -14,1 % im Vorjahresquartal.

Der Auftragseingang im Segment Special zum 31. März 2022 lag mit 81,7 Mio. € um 11,3 % über dem Vorjahreswert von 73,4 Mio. €. Die Bestellungen bei Banknote Solutions (Banknoten- und Sicherheitsdruck) und bei Coding (Kennzeichnungslösungen für alle Branchen) sind gestiegen. Dagegen waren der Auftragseingang bei MetalPrint (Metallverpackungen) und Kammann (Direktdekoration von Hohlkörpern aus Glas, Kunststoff und Metall) rückläufig. Der Umsatz erhöhte sich um 24,6 % auf 91,3 Mio. € (Vj.: 73,3 Mio. €). Der Auftragsbestand erhöhte sich ebenfalls und lag bei 268,0 Mio. € (Vj.: 237,5 Mio. €). Das EBIT verbesserte sich von -3,9 Mio. € auf -0,7 Mio. €. Die EBIT-Marge lag bei -0,8 % nach -5,3 % im Vorjahresquartal.

Nachhaltigkeitsziele von Koenig & Bauer berücksichtigen aktuelle Energiethematik
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Energieteuerung sowie eines nicht auszuschließenden Gaslieferstopps aus Russland bilden die bereits erreichten Nachhaltigkeitsziele von Koenig & Bauer eine gute Ausgangsbasis für die intensive Arbeit an weiteren Projekten. Beispielsweise wird spätestens ab 2024 am Standort Radebeul auf eine weitgehend CO2-neutrale Fernwärmeversorgung mittels grüner Energie umgestellt. Der Zulieferer GETEC setzt zur Fernwärmeerzeugung überwiegend auf Biomasse aus Holzpellets sowie auf Solarthermie. Neben den an den Standorten Radebeul und Mödling bereits installierten Photovoltaik-Anlagen ist ein weiterer Ausbau der Eigenstromerzeugung vorgesehen. Am Standort Lausanne sehen die Planungen vor, rund 20,0 % des Grundlast-Strombedarfs über eine auf dem Dach vom Grundstückseigentümer installierte Photovoltaik-Anlage zu decken. Am Standort Würzburg wird eine mögliche Eigenstromerzeugung über Photovoltaik-Anlagen bzw. über andere grüne Energiequellen geprüft. Zudem können rund 8 % des Erdgasverbrauchs am Stammsitz durch die Abwärmenutzung des neuen Schmelzofens in der Gießerei substituiert werden.

Die Strategie „Exceeding Print“ zeigt sich auch im neuen Berichtskonzept: Die nachhaltige Faltschachtel aus Wellpappe liefert einen Teil der modular aufgebauten Berichtsstruktur, die um die digitale Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2022 nun ergänzt wird (2)

Jahresprognose 2022 und Mittelfristziele bestätigt

Auch der weitere Verlauf im zweiten Quartal 2022 ist von Unsicherheiten geprägt, wie: Die fortbestehende weltweite Covid-19-Pandemie die beispielsweise zur Folge die Schließung des Hafens von Shanghai hatte, der Russland-Ukraine Konflikt, die anhaltenden Lieferengpässe und damit einhergehenden Materialpreissteigerungen sowie der verringerten Transportkapazität und die gestiegenen Energiekosten. Eine verlässliche Konkretisierung der Jahresprognose 2022 ist zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Quartalsmitteilung nicht möglich. Daher geht Koenig & Bauer für 2022 nach wie vor beim operativen Konzernumsatz und der operativen EBIT-Marge von einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus und bestätigt die Mittelfristziele von 1,3 Mrd. € Umsatz bei einer EBIT-Marge von mindestens 7 % sowie die Reduzierung des Net Working Capital auf einen Wert von maximal 25 % des Jahresumsatzes, die nach Abschluss des Effizienzprogramms P24x erreicht sein sollen.

Dr. Stephen Kimmich, CFO der Koenig & Bauer AG: „Obgleich wir uns alle nach dem ersten Quartal 2022 mehr Visibilität für eine verlässliche Konkretisierung der Jahresprognose 2022 gewünscht hätten, dürfen wir das Erreichte nicht außer Acht lassen, denn es ist uns gelungen, die teilweise unvorhersehbaren Material- und Energieteuerungen von rund 6 Mio. € im ersten Quartal komplett aufzufangen. Weiteren Rückenwind bekommen wir durch die anhaltenden Bestellungen unserer Kund:innen sowie die guten Fortschritte unseres Effizienzprogramms P24x. Daher sind wir fest davon überzeugt, unsere Ziele für 2022 und darüber hinaus zu erreichen.“

Die Zwischenmitteilung steht als PDF-Download hier zur Verfügung. 

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